Alb-whispering

Pferde





Am 4. März 2009

hatten meine Ranch und mein Traum von eigenen Pferden Geburtstag.
20 Jahre lebe ich jetzt schon meinen Traum und noch keinen einzigen Tag habe ich die Entscheidung bereut oder war mir die "Arbeit" zu viel! Im Gegenteil - bin ich mal schlecht drauf, geh ich zu meinen Tieren und finde dort die totale Entspannung.
Tägliche Arbeiten, spielen mit den Pferden, Bodenarbeit, Reiten, spazieren gehen mit Pferd und Hund,  Heu machen, Stall bauen bzw. reparieren, Wasser schleppen, Weide nachmähen, Pferdeäppel auflesen, Mistwagen leeren, Pferde putzen, viele Hufe aufheben wenn der Hufschmied kommt.... Manchmal sehr anstrengend, aber nie lästig.
Das mußte mit einem kleinen Festle gefeiert werden - natürlich vor Ort auf der Ranch.

Mein Pferdebestand damals waren

Stigandi



Frekja



Cera



20 Jahre vorher war das Wetter wesentlich besser - die Pferde konnten schon auf ihrer neuen Weide Gras knabbern.
Aber der Schnee war kein Hindernis für ein lustiges Jubiläumsfest!































Wie alles begann.....


Cat und Dennis waren 7 und 5 Jahre alt, als wir beschlossen aus der Stadt weg auf die Schwäbische Alb zu ziehen. Also bauten wir 1983 in Bernloch unser Häusle - so richtig schön auf dem Land
.
Ein Jahr später überzeugte ich Wolle, daß wir einen Hund brauchen und unser Berner Sennenhund Maika zog ein.
Da man auf dem Land ja schnell mit allen Leuten ins Gespräch kommt - hauptsächlich wenn man mit Hund spazieren geht - unterhielt ich mich mit dem hiesigen Baustoffhändler bei seiner Feldscheune und erfuhr, daß er sich immer gewünscht hatte, seine Kinder oder Enkel würden da mal Ponies halten. Ich habe mich sofort geopfert und versprach ihm, daß die Ponies dort einziehen würden, wenn er mir die Ranch (Scheune mit 70 ar Wiese) verpachten würde.



Aber: wie sag ich's meinem Manne?
Kurz und gut, meine ebenfalls pferdebegeisterte Cat mußte als Alibi herhalten und sich unbedingt ein Pony wünschen.Da Väter Töchtern schlecht etwas abschlagen können, hat auch dieser Plan geklappt.
Und ein Pony alleine??? Das geht wohl gar nicht - ich mußte mich opfern, damit 2 Ponies einziehen können. Wir haben uns für Isländer entschieden.
Nachdem ich mit dem Bau der Hundehütte schon handwerjliche Erfahrungen gesammelt hatte, ging es im Winter 1988/89 daran, die Scheune in einen Offenstall umzubauen. Das hat ganz gut geklappt und man glaubt kaum, was sich im Laufe der zeit so an Werkzeug ansammelt. (Notstromaggegat, Kettensäge, Stichsäge und viel Kleinzeug.



Für Cat kauften wir eine 15 jährige Fuchsstute (aus Sicherheitsgründen und weil man bei Teenies ja nie weiß, was kommt.... Ich hab mich in Stigandi verguckt, einen knapp 4jährigen Wallach. Er wurde erst im darauffolgenden Sommer eingeritten und ist bis heute das beste Verlaßpferd.



Das Sicherheitspferd Snotra entpuppte sich als eben nicht solches. Sie war zwar geritten, aber nie alleine draußen. Mit ihr konnte man nicht alleine ausreiten und auch im Stall blieb sie nicht alleine. Da sie aber so anhänglich war, konnten wir sie später beim Reiten ohne Strick wie einen Hund mit uns mitlaufen lassen. Sie blieb immer "bei Fuß", wenigstens im Winter. Im Sommer blieb sie zum etwas Gras fressen schon mal etwas hinterher. Schön, wenn man ein Reitgelände hat, wo das machbar ist.
Stigandi dagegen ist der Mr. Problemlos schlechthin - bis heute hat er alles mitgemacht, Tagesritte mit mehreren Pferden, Kurse, Anfänger, Kinder, Angsthasen kuriert und fremde Fohlen gesittet.







2 Jahre später fing der Junior an zu motzen, weil Mutter und Tochter immer mit den Pferden unterwegs waren. Eine Freundin bot mir günstig eine Mini Islandstute mit 125 cm an, wunderschön und rattenschnell - was wir beim Kauf aller dings nicht wußten.





Sie war ein super Reitpferd, außer wenn sie merkte, daß Galopp angesagt war. Sie startete durch, als wäre sie auf der Rennbahn. Gottseidank hatte Dennis keine Angst, aber auf Dauer war mir das doch zu gefährlich und ich ließ eine gute Reitlehrerin kommen, die ihr beibrachte, daß man Galopp im Renntempo nur auf "Befehl" gehen durfte.
Sogar mit einem 3 jährigen Kind auf ihr als Handpferd hat sie danach einen 2Stundenritt mit bravour und ohne Zicken mitgemacht.



Es kam, wie es kommen mußte. Meine kids wurden Teenis und hatten ganz andere Interessen, als Pferde reiten. Roller- bzw.Mopedfahren und Disco waren jetzt angesagt.

Damals fing ich einen neuen Job an, um mein Hobby selbst finanzieren zu können.
Die 10jährige Tochter meiner Chefin hat sich sehr für meine Pferde interessiert. Nach ziemlich großer Skepsis habe ich es mit ihr probiert - und sie war das treueste Pferdemädchen, das man sich vorstellen konnte und meine Vizetochter!
Sie ist mir 6 Jahre ein super zuverlässiges Pferdemädchen geblieben, dann war auch sie 16!!!...........
Mit ihr habe ich tolle Ausritte und auch Tasgesritte (Svarna jetzt auch ohne Sattel) gemacht. Schade, daß auch sie kein Interesse mehr hatte.







Meine neuen Chefs und die Eltern meines "Pferdemädchens" Dani haben Nebenerwerbslandwirtschaft. Sie boten mir eine 1,5 ha große Wiese zusätzlich als Weide an. Früher stand da einmal für Kühe ein Unterstand darauf. Inzwischen war er eingefallen und wurde Opfer eines schönen Feuers.Nur deshalb bekam ich die Genehmigung, auf derselben Stelle wieder eine Hütte zu bauen. Natürlich - wie in D so üblich - mit vielen Auflagen. Das Übelste war, daß ich keine Fundamente betonieren durfte. Die Lösung waren Bahnschwellen als Fundament.




Ein Nachbar half mir bei den nicht schwindelfreien Arbeiten, denn da habe ich ziemmliche Probleme. Auch beim Aufrichten der Grundkonstruktion hatte ich Helfer, alles Andere habe ich alleine hingekriegt - und nach 4 Wochen stand mein neuer Offenstall.







Trotz vieler Lästereien im Dorf steht meine "Hausfrauenhütte" noch heute nach über 17 Jahren und hat auch unbeschadet den Sturm Lothar 1999 überstanden.

Da ich jetzt echt viel Weide für meine Pferde hatte, nahm ich den Sommer über auch immer 1-3 Pferde in Sommerpflege.

Uns so kam ich zum nächsten Pferd. Ein Jährlingsfohlen vom Pferdeschutzbund, das eigentlich nur vorübergehend bei mir bleiben sollte...

Frekja kam als Notfall zu mir. Eigentlich sollte sie nur den Sommer über bei mir bleiben, bis ein neuer Platz für sie gefunden wäre.
Sie war knapp 1 Jahr alt - und als sie ankam ein Bild des Jammers.



Nach wirklich guter Aufzucht bei diesem Pferdeschutzbund sah sie wahrlich nicht aus, denn sie war schon dort geboren.
Viel schlimmer sah die Pferdeoma aus, die als Begleitpferd dabei war. Ich habe mich damals gefragt, ob es für sie wirklich eine gute Variante war, weiterzuleben. Angeblich war sie, bis sie zum Schutzbund kam, als Schulpferd eingesetzt.






Ich war wirklich froh, als die Leute sie wieder mit nach Hause nahmen - ich hatte noch nie so ein Pferd gesehen!!!
Der Sommer verging, der Winter kam und keiner wollte das nun fast 2jährige Isländer-Dülmener-Mix-Fohlen zurückhaben.
Im Winter stellte ich fest, daß sie immer wieder auf der Weide Tölt zeigte, also hab ich mal stillgehalten.
Nach dem Fellwechsel hat sie sich als ein super hübsches Jungpferd gezeigt - und ich wollte sie eigentlich gar nicht mehr hergeben.





Stigandi wurde ihr bester Freund und der Pferdeschutzbund war froh, daß er sich nicht mehr um einen Platz kümmern mußte.
Frekja ist ein super tolles Reitpferd mit 4! Gängen geworden.
Ich bin froh, daß ich mich damals für sie entschieden habe.

Die Stute von Cat (Snotra) konnte schon mit knapp über 20 Jahren nur noch wenig geritten werden, denn sie hatte ziemlich starke Arthrose. Sie wurde nur noch als Kinderreitpferd bzw. als Führpferd für Kinder
genutzt, damit sie nicht mehr so viel Gewicht tragen mußte.
Svarna, unser kleines Schimmelchen habe ich meinem Pferdemädchen vermacht. Sie hat sich wunderbar um sie gekümmert, ist mit ihr auch alleine ausgeritten oder auch mit uns anderen. Svarni war einfach zu klein für einen Erwachsenen.
Da las ich eines Tages etwas über die neue Rasse Aegidienberger. Das ist eine Kreuzung zwischen Paso Peruano x Isländer. Die Berichte hörten sich gut an, und ich fuhr irgendwann einmal in die Bonner Gangpferdeszene, denn nur dort wurden sie damals gezüchtet.
Bei einer Züchterin dieser Rasse durfte ich zum 1. Mal auf einem Paso Peruano reiten. (sie hatte gerade keine reitbaren Aegidienberger zu verkaufen)
Es war das aha-Erlebnis schlechthin. Meine Isis tölten ja auch ganz schön - aber  d a s  war ein Reitsofa! Also ging ich jetzt auf Paso Suche. Was ich gar nicht wollte, war ein fuchs, oder ein Pferd mit Blesse.
Und was habe ich mir ausgesucht unter ca 15 Kandidaten in ganz Deutschland? Fuchs mit Blesse !!!!

Hechicera,
genannt Cera. Ein Blick  - und es hat gefunkt!Und zum Reiten war sie auch einsame Spitze - und natürlich auch ein Reitsofa.



Sie war ein absoluter Glücksgriff! Ein super Schmusepferd, ein traumhaftes Reitpferd und jeder, der sie kennt, nennt sie Prinzessin.
Sie hat vor nichts Angst und hat schon vielen Leuten das Tölt-Feeling beigebracht. Sie wird nur im Tölt (bzw. peruanisch: paso llano) geritten, denn sie tabt nicht. Sie galoppiert auch sehr gerne, hauptsächlich Wettrennen mit Stigandi und Frekja findet sie klasse.
Cera ist seit 1998m bei mir und unser täglicher Sonnenschein.








Jetzt kommt der traurige Teil meiner Pferdevorstellung.

2 Monate, nachdem die Paso Stute Cera bei uns eingezogen ist, kam ich eines Morgens auf die Ranch und unsere Isi Fuchs-Stute lag ziemlich fertig auf der Weide. Ein ganz schlechtes Zeichen, denn alle Pferde erwarten mich täglich in der Früh, um ihr Stück trockenes Brot zu ergatter.
Nicht so Snoddel. Sie wollte gar nichts. Also rief ich den Tierarzt an, der nur 500 m weg wohnt und früh morgens noch zu Hause war. Er kam sofort. diagnose: schwere Kolik, Spritze, Aufstehversuche, Infusion, nochmal Spritze - es half alles nichts. Am Spätnachmittag mußte sie eingeschläfert werden. Die inneren Organe hatten versagt und ein Transport in die Klinik war schon früh nicht mehr möglich.
Snotra wurde nur 23 Jahre alt. Das war im Jahr 1998.

2006 mußten wir uns auch von unserer Schimmeloma verabschieden.



Schon 2 Winter lang haben wir sie mit Mash, eingeweichten Graspellets und auch portionsweise mit Silo über die runden gebracht. Der sommer war kein Problem, denn Gras war das Einzige, was sie wirklich noch gerne gefressen hat. Sie wurde trotzdem klapperdürr und man merkte, daß sie einfach keine Freude mehr am Leben hatte.
Bevor der Sommer dann zu heiß und qualvoll für sie wurde ( sie hat auch kaum noch Winterfell verloren, so daß wir sie scheren mußten), ließen wir sie einschläfern.
Svarna wurde 31 Jahre alt.




Bevor
ich euch mein neuestes Pferd vorstelle, muß ich noch erzählen, wie es dazu kam.
Anfang August, im sommer 2008 lag meine Paso Stute Cera morgens in ihrem Stall und wollte nicht aufstehen. Als sie endlich auf den Beinen war, konnte sie kaum laufen. Der herbeigerufene Tierarzt konnte nichts Konkretes feststellen und gab ihr eine schmerzstillende Spritze, Mittags war das gleiche Problem. Sie bekam eine Infusion von 7 Litern Salzlösung und noch eine Schmerzspritze. Die Symptome wurden mal besser, dann wieder schlechter. Manche Tage konnte sie kaum einen Fuß vor den anderen setzen.
Da meinem Tierarzt außer "erlösen" nichts mehr einfiel, bin ich am 4. Schmerztag mit ihr in die Pferdeklinik gefahren. Nach vielen Untersuchungen konnte per Ultraschall eine Kalkablagerung an den Sehnen und Weichteilen aller 4 Beine festegstellt werden - eine Kalzinose. Eine Vergiftung durch eine bestimmte Grassorte auf meiner Weide soll der Auslöser gewesen sein.
Nach einem 4-tägigen stationären Aufenthalt in der Klinik wurde es besser, aber Cera bekam eine ziemliche Hammerdosis Kortison. Auf jeden Fall waren sich auch die Ärzte in der Klinik einig, daß sie auf keinen Fall mehr reitbar würde und allenfalls "bestes Weidepferd" sein konnte.
Bei einer befreundeten Heilpraktikerin habe ich mir Rat und Hilfe geholt und mit einigem "Hokuspokus" wirklich unglaubliche Verbesserungen bei Cera's Zustand erreichen konnten.
Nach 3 Monaten habe ich dem Klinik Arzt ein Fotovideo gezeigt, von dem er total überrascht war. Cera galoppiert auf der Wiese! Er hätte niemals damit gerechnet, daß mein Pferd sich wieder mehr als schmerzarm im Schritt auf der Weide bewegen würde.
Inzwischen nehmen wir sie öfters als Handpferd mit, wo sie auch töltet und galoppiert, ohne Schmerzanzeichen. Ein paar Mal haben wir auch im Schritt schon wieder mit ihr kleine Ausritte gemacht.
Da sie aber nie wieder voll belastbar sein wird, und Stigi wegen fortschreitender Arthrose auch immer wieder Probleme hat, überfiel mich ein weiteres Mal der Pferdevirus.
Natürlich kam wieder nur ein Gangpferd in Frage. Nachdem ich viel über Rocky Mountain Horses gelesen habe, sollte es eins dieser tollen Pferde werden.

Tja......und dann kam Holly......

Nachdem ich mich für die Rasse Rocky Mountain Horse entschieden hatte, ging ich auf die Suche in ganz Europa. Rockies sind noch sehr rar hier - und es gab zu dieser Zeit keine gerittene Stute in Europa zu kaufen!!!
Man informiert sich dann ja auch mal im Heimatland USA......
Eigentlich war es bei meinen Pferden immer Liebe auf den ersten Blick - so auch bei Holly. Ich entdeckte sie auf der homepage eines amerikanischen Züchters und habe mich sofort in sie verliebt.





Nach vielen e-mails und einigen Telefonaten nach USA machte ich den Kauf perfekt. Damit sich die Transportkosten auch lohnen, wollte ich Holly gedeckt importieren.
Als Vater ihres zukünftigen Fohlens suchte ich mir den Hengst "Classic Squirrel" aus.





Nach einer 6-wöchigen Quarantänezeit konnte Holly endlich nach Europa fliegen. Am 9 Oktober kam sie auf dem Cargo Flughafen in Luxembourg an.
Ihre Begleiter im Flugcontainer waren zwei Mini-Pferde.



Erst am nächsten Tag, dem 10. Oktober hatte ich alle alle Papiere zusammen und wir konnten nach Hause fahren. Nachmittags kamen wir in Bernloch an.


 
Erster Kontakt mit Stigandi





       









mit Cera

1. Mal reiten





10. April - Holly's Geburtstag

Holly ist ein chocolate-roan, deshalb ändert sie sehr oft ihre Farbe.
Z.Zt. fast weiß mit dunklem Kopf und dunklen Beinen





jetzt sieht man schon deutlich den dicken Bauch



noch 2 Wochen bis zum Termin!



12. Juni - Harztropfen kündigen die Geburt an



13. Juni 2010 um 1.20 Uhr
Holly's Stutfohlen kommt zur Welt.

SECRET WHISPER

...und das ist der Papa "Classic Squirrel"


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